Auf dem Weg nach Derby haben wir den Prison Boab besucht, der bei Gefangenentransporten als Gefängnis genutzt wurde. Abgesehen von dieser traurigen Nutzung ist er aber auch ein heiliger Baum für die First Nations. Und es ist ein wirklich schöner, beeindruckender Baum!
Dann sind wir zum Supermarkt und haben ordentlich eingekauft. Und ordentlich gezahlt – die Rechnung belief sich auf über 600 AUD! Aber es war auch richtig viel Zeug, denn auf der Gibb-River-Road gibt es praktisch nix. Da Derby jetzt nicht sooo spannend ist und wir schon voller Vorfreude auf dieses Abenteuer waren, sind wir kurzentschlossen gleich weiter zum ersten Halt auf der Gibb. Die Gibb River Road ist eine „Straße“, die quer durchs Outback führt und Derby und Kunnunurra verbindet. Das umgebende Land besteht entweder aus Nationalparks, Aborigine-Gebiet oder Stations. Wobei die Stations einfach unvorstellbar riesengroße Rinderfarmen sind. Anfangs ist die Straße noch asphaltiert, doch das ändert sich bald und die nächsten Wochen werden wir ausschließlich auf Gravelroads mit ordentlichen corrugations unterwegs sein. Auf deutsch: Ordentliche Wellblechpiste. Wir haben auf dem staatlichen CG vom Windjana Gorge NP übernachtet (natürlich wieder mit Feuerchen und wunderschönem Sternenhimmel) und sind am nächsten Tag zum Tunnel Creek (Dimalurru NP) gefahren. Das ist ein Fluss, der durch eine Höhle fließt. Man muss durch einen Spalt in die Höhle reinklettern, die stockdunkle Höhle durchqueren, teilweise im Wasser gehen und auch schwimmen. Das war wirklich seeehr abenteuerlich, wir haben uns gefühlt wie Höhlenforscher, die meiste Zeit waren wir auch alleine hier. Zum Nervenkitzel beigetragen hat, dass es hier Freshies (Süßwasserkrokodile) gibt. Leider haben wir keine gesehen. Am anderen Ende kommt man in einer Tropenlandschaft in strahlendem Sonnenschein heraus und hört die Vögel singen. Sehr beeindruckend. Die Höhle hat in der Vergangenheit als Versteck für von der Polizei Verfolgte gedient. Außerdem haben wir hier die ersten Rock-Arts gesehen, von denen es hier in den Kimberleys wirklich sehr viele, sehr gut erhaltene gibt. Danach sind wir noch etwas durch den Windjana (Bandilngan) Gorge gewandert. Leider gab es in den Kimberleys 2023 einen Zyklon mit heftigen Überflutungen und Zerstörungen, weshalb einige Bereiche gesperrt sind. So kann man auch den Windjana Gorge nicht sehr weit hereinwandern. Aber es war trotzdem sehr schön und wir haben unsere ersten Freshies gesehen!
Die nächsten Tage haben wir den Bells (Dalmanyi) Gorge und den Adcock Gorge besucht. Es ist hier so wunderschön…man wandert ein Stückchen durch teils tropische, teils eher trockene, rote Landschaft, manchmal entlang von Flüssen und kommt dann zu einem kleinen Paradies. Mal größere, mal kleinere Wasserfälle mit erfrischenden Pools in denen man (meistens) schwimmen kann. Auf dem Weg zum Bells Gorge haben wir auch die ersten Flussüberquerungen mit dem Auto gehabt! Das erste Mal war ganz schön aufregend, man gewöhnt sich aber recht schnell daran und mit der Zeit wird es immer selbstverständlicher einfach mit Auto und Hänger in die Fluten zu fahren. Ist wirklich lustig!
Der Adcock Gorge war besonders schön. Er ist etwa abgelegener und der Weg benötig definitiv 4WD, weshalb etwas weniger Touristen dorthin kommen. Er hat uns aber von der Szenerie besonders beeindruckt. Elias und Amelie meinten, es schaut aus wir in einem abgelegenen Dschungel und man erwartet jeden Moment einen Aztekentempel zu sehen. Das trifft es ganz gut. Die Papageien, die kreischend über einen hinweg fliegen, während man durch den Pool zum Wasserfall schwimmt, machen die Stimmung perfekt. Definitiv einer unserer Lieblingsgorges!
Einige Orte wie das Mornington Wildlife Sanctuary konnten wir leider nicht besuchen, weil die Schäden durch die Überflutungen so groß waren, dass sie gesperrt werden mussten. Da müssen wir wohl einfach wieder kommen 😉.
Einen Stopp haben wir noch bei einem Original der Gibb gemacht – bei „Over the Range Tyre & Mechanical Repairs“. Hier sucht man Hilfe, wenn Autos und Co. unter den Straßenverhätnissen gelitten haben. Viele andere Möglichkeiten hat man nicht. Die „Gibb“ hat so ihren Ruf. Ohne zumindest kleinere Schäden kommt man nicht durch, wird gesagt. Zumindest einen Reservereifen brauchst du auf jeden Fall, besser zwei. Und mindestens einen Reservekanister Treibstoff, besser mehr. Und Werkzeug. Und Ersatzteile für Auto und Trailer. Was genau, hat sich uns nicht erschlossen, wir haben auch nicht viel mehr mit als Reservereifen (die ohnehin immer am Trailer und 4WD-Autos sind), ein Reifenreparaturset und 2 Kanister Benzin – denn die brauchen wir definitv, denn Tankmöglichkeiten sind rar und unser Pajero hat hier einen ordentlichen Verbrauch. Bisher haben wir aber wenig Probleme. Einen Splint von einem Scharnier von einem Hängertürl haben wir verloren. Und Motoröl brauchen wir. Verkraftbar, aber mal schauen, was noch kommt…


































































































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