Gibb Teil 2  – oder: wie staubig kann es eigentlich sein????

Wir sind jetzt schon eine ganzes Stück die Gibb entlang gefahren und es ist alles, aber auch wirklich ALLES bis in die letzte Ritze mit einer roten Staubschicht überzogen. Wir waren gewarnt, „bulldust“ nennt sich das, aber das kann man sich eigentlich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Hier ist nichts mehr sauber, aber da es jedem so geht, ist es auch irgendwie normal und man gewöhnt sich dran. Liam spielt ohnehin am liebsten am Boden, sein Gewand haben wir schon aufgegeben . Aber man kann immerhin jeden Tag in irgendein Gewässer springen!

Weiter ging es zum Manning Gorge, wo wir auch beim dazugehörigen CG übernachtet haben. Dieser ist wirklich weitläufig und wir haben uns weiter hinten wieder ein recht einsames Plätzchen gesucht. Und natürlich ein Feuerchen gemacht. Wir lieben das, wenn man so viel Platz für sich hat und der nächste Camper nicht gleich 2 Meter daneben steht. Das weiß man vor allem zu schätzen, wenn man die Campingplätze in Europa kennt.

Zum Manning Gorge ist die Wanderung etwas weiter – sonst sind die Wege hier immer recht kurz. Anfangs muss man auch einen Fluß schwimmend durchqueren. Hier wurden Plastiktonnen zu Verfügung gestellt, damit man sein Zeug trocken ans andere Ufer bekommt. Ist auch praktisch für Kleinkinder . Schön war es dort vor allem bei den oberen Pools, dafür muss man neben dem Wasserfall etwas raufklettern. Diesen Bereich hatten wir auch ganz für uns alleine. Denn generell ist schon recht viel los auf der Gibb, alleine ist man selten. Es ist Hauptsaison und die Straße hat inzwischen einen gewissen Kultstatus erreicht.

Beim Mount Barnett Roadhouse haben wir uns dann mit dringend notwendigem Sprit und leckeren Burgern und Fish and Chips versorgt. Außerdem haben wir entdeckt, dass die Gibb ihren ersten Tribut gefordert hat, der Adapter der Verbindung zwischen Auto und Hänger ist abgerissen – aber wir haben ihn wiedergefunden und Johannes konnte ihn notdürftig richten. Danach sind wir zur Mount Elizabeth Station gefahren. Hier ist es wirklich nett und es gibt jeden Abend ein Communityfeuer. Das gibt es hier immer wieder und das ist wirklich nett. Man mache ein großes Lagerfeuer an dem man sich treffen und austauschen kann. Warum haben wir das in Europa bisher kaum gesehen? Hier hat sich Johannes auch erkundigt, wie der Weg zu einem Gorge hier auf der Station ist. Der Wunnumurra Gorge ist sehr abgelegen und der Weg wohl seehr abenteuerlich und wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir uns das zutrauen. Aber dafür sind wir ja hier und so haben wir es gewagt. Und es war tatsächlich die bisher aufregendste Strecke über Stock und Stein. Mehrmals sind wir ausgestiegen, haben die Felsen betrachtet und haben uns die beste Route gesucht bzw. Carina hat von außen geschaut und versucht Johannes zu navigieren und auf den Unterboden zu achten. Ganz am Schluss kam dann eine steilere Strecke, die zu fahren wir uns dann nicht getraut haben. War nicht schlimm, wir sind das letzte Stück (20 Minuten) einfach zu Fuß gegangen. Aber es hat sich ausgezahlt, denn der Gorge war wirklich wunderschön, wir haben tolle Felsmalereien gesehen und waren fast die ganze Zeit alleine. Am Rückweg haben wir von einer Familie dann noch ein Eis spendiert bekommen (die haben alle ein Tiefkühlfach im Auto dabei). Die sind das letzte Stück mit ihrem Auto gefahren – sie hatten aber auch wirklich ein riesen 4WD-Teil…und waren auch nicht schneller als wir zu Fuß .

Vorbei an den Kühen der Station (die Stations sind riesengroße Viehbetriebe, die teilweise einen Campingplatz und ein paar Zimmer anbieten) sind wir für ein kurzes Stück zurück auf die Gibb gefahren um sie gleich wieder zu verlassen, denn wir machen einen sehr großen Abstecher Richtung Norden. Bei der Drystale River Station haben wir noch einmal das Auto und die Kanister vollgetankt und sind Richtung Michell Plateau bis zum King Edward River CG gefahren. Die Straße dorthin war wirklich heftig, es hat uns 2 Stunden lang ordentlich durchgeschüttelt und wir hatten schon Sorge, dass Auto und Hänger auseinanderfallen. Kurz vor dem Campingplatz kam dann noch eine größere Flußüberquerung. Recht spät und müde haben wir uns ein schönes Plätzchen (für uns alleine!) gesucht und sind ins Bett gefallen, denn morgen müssen wir sehr früh aufstehen. Ahja…und der Adapter ist jetzt komplett weg.

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