Wir haben länger überlegt, ob wir das Cape Leveque besuchen sollen. Die Berichte, die wir dazu gelesen haben, sind seeehr durchwachsen (manche sind restlos begeistert, manche total enttäuscht) und der Weg ist lang. Wobei es inzwischen schon besser ist, denn es wurde die Straße bis fast ganz rauf asphaltiert, vor ein paar Jahren war es noch eine reine Gravelroad und man musste mit mehreren Stunden Fahrzeit rechnen. Aber Andreas Aussage dazu war „Da müsst ihr unbedingt hinfahren!!!“. Vor einiger Zeit gab es auch einen Campground von Aboriginal People dort mit sehr schönen Hütten direkt am Strand. Leider hat dieser inzwischen geschlossen.
Schlussendlich haben wir eine Tour beim Cape Leveque mit einem Aborigine gebucht, von der Carina in einem Geo-Heft gelesen hat und sind losgefahren. Am Weg hinauf haben wir uns an der Küste einen besonders schönen Spot (James Price Point) gesucht, wo wir frei campen konnten. Diese Plätze sind wirklich die schönsten…viel Platz, keine oder kaum Nachbarn, wunderschöne Aussicht und oft schon einer Feuerstelle von einem vorherigen Besucher für das (fast) alltägliche Lagerfeuer am Abend. Und ein unendlicher leuchtender Sternenhimmel. Und die Sonnenuntergänge! Die Farben waren hier auch wieder besonders toll…tiefroter Felsen im Rücken (besonders wenn die Sonne tief steht) und türkisblaues Meer vor uns. Johannes und Elias haben ihr Glück beim Fischen versucht, Amelie, Liam und Carina sind am Strand entlangspaziert und haben Muscheln gesammelt. Toll war es auch am nächsten Morgen bei Ebbe auf den Felsen herumzuklettern und in den Spalten zu schauen, was das Meer zurückgelassen hat.
Die „Brian Lee Tagalong Tour“ war großartig und sehr informativ. Zunächst ist Brian mit uns in den Wald/Busch gefahren und hat etwas von der traditionellen Lebensweise der Aboriginal People in der Gegend erzählt. Er hat bei diversen Pflanzen und Bäumen erklärt, wie diese als Medizin verwendet werden, wie man einfache Bumerangs herstellen kann, wie aus der Rinde Seile hergestellt werden und wie noch seine Großmutter mit der Asche der Buschfeuer die Haut der Kinder mit „weißem“ Vater angemalt hat, damit diese nicht von den weißen Einwanderern weggenommen werden. Wen dieser dunkle Teil der australischen Geschichte interessiert, suche nach „the stolen generation“.
Und wir hatten die Möglichkeit, den Ort (Strand und den geschlossenen Campingplatz) zu sehen, der die Bauers so begeistert hat. Wir sind mit dem eigenen Auto auf den Strand gefahren und mittendrin irgendwo stehen geblieben…und uns hat es fast die Sprache verschlagen. Ein kilometerlanger perfekter, weißer, menschenleerer Strand (denn er ist Aboriginegebiet und man darf ihn sonst nicht betreten). Und als wir aus dem Auto ausgestiegen sind waren da einfach soooooo viele Muscheln. Wir haben noch NIE so viele unterschiedliche und so GROßE Muscheln an einem Fleck gesehen. Als hätte jemand einfach zig Muschelarten zusammengesammelt und hier ausgestreut. Und teilweise waren sie so groß wie zwei von Johannes‘ Handflächen. Wir haben dann noch von einer felsigen Stelle aus, unser Mittagessen geangelt, sind geschwommen und haben natürlich noch mehr Muscheln gesammelt. Hier hätten wir gerne einige Tage verbracht, schade dass der Campingplatz geschlossen hat.
Weiter ging es zu einer Lagune zum Sammeln von Mudcrabs auf Aborigine-Art. Dabei wird mit Speeren in Löchern und Höhlen zwischen den Mangroven herumgestochert. Leider war keine Krabbe zu finden. Gut für die Krabbe, denn sie wäre auf dem Feuer gelandet. Es war aber auch so wirklich schön. Und abenteuerlich, denn es musste eine sehr sandige Anhöhung überwunden werden, die eines der Autos vor uns nicht geschafft hat und dort stecken geblieben ist. Und so konnten wir zum ersten Mal das Recoveryset in Aktion erleben, das hier fast jedes 4WD Auto dabei hat. Da dieser Weg danach dann nicht mehr so geeignet war, meinte Brian einfach, wir sollten den Hügel an einer anderen Stelle mit sehr viel Schwung rauf fahren. Schaut auf dem Video nicht so spektakulär aus, war es für uns aber, die es nicht gewohnt sind, einfach kreuz und quer durchs Gelände zu fahren. Wir hatten also einen wundervollen Tag und haben einen Strand erlebt, der schon sehr nahe an Perfektion dran war.
Am nächsten Tag haben wir noch eine andere Aborigine-Community und den dazu gehörigen Strand besucht sowie eine Kirche, die überall mit den allgegenwärtigen Muscheln und Perlmutt geschmückt war und haben uns auf den Weg Richtung Derby gemacht. Dort werden wir uns mit Vorräten für die nächsten 2-3 Wochen eindecken, denn von hier aus startet der abenteuerlichste Teil unserer Reise.
P.S. zum letzten Foto: Schon mal geschafft, exakt die gleiche Menge wie dein Gegenüber zeitgleich zu tanken? 😂

































































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