238, 239, 240 Wagons und 80 Meilen Strand – Rio Tinto Road

Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg gemacht, den Rio Tinto zu fahren. Das ist eine Privatstraße (4WD) der Minengesellschaft, entlang deren Bahngleise quer durchs Land bis zur Küste. Man braucht dafür eine Permit und muss eine „Schulung“ (Online möglich) machen. Teilweise muss man dafür durch Tore – laut Onlineschulung soll man sie einfach öffnen und hinter sich wieder schließen. Das hat beim ersten Tor auch gut geklappt, ein Vorhängeschloss war zwar da, aber nicht gesperrt und wir sind durch. Nach einer längeren Fahrt sind wir bei einem weiteren Tor angekommen, doch dieses war versperrt. Da waren wir kurz ratlos….die ganze Strecke wieder zurück? Haben wir wo eine Abzweigung verpasst? Waren wir vielleicht zu sehr abgelenkt von dem großen aufgedunsenen Kuhkadaver am Straßenrand? Besonders ernüchtert waren wir als wir gesehen haben, dass wir auch noch einen Platten hatten. Puh. Wir konnten hinter dem verschlossenen Tor die Autos sehen, die dort bei einer Abzweigung entlangfuhren. Während wir noch beratschlagt haben, was wir machen sollten, blieb auf der anderen Seite des Tores ein Auto der Minengesellschaft stehen und ein netter Mann fragte uns, ob er uns das Tor aufsperren dürfe. Er habe uns schon zuvor irgendwo und irgendwie die Straße entlangfahren gesehen und sich gedacht, dass wir Hilfe brauchen würden 😀. Er hat uns dann noch mit seinem (noch größeren Wagenheber ausgeholfen) und Carina durch Plaudern davon abgehalten, Johannes beim Reifenwechsel zu helfen. Er war wirklich sehr nett. Er hat viel von sich erzählt, zb. dass er eigentlich in Sydney wohnt und immer hierher zum Arbeiten fliegt. Das haben wir schon immer wieder in den Gesprächen gehört, aber es ist einfach so fern unseres Alltags und wirkt so skurril, dass man in die Arbeit FLIEGT und dann einfach mal ein paar Wochen da ist. Während unserer Fahrt am Rio Tinto sind an uns immer wieder die Züge der Mine vorbeigefahren, entweder mit leeren Waggons zur Mine oder mit vollen Richtung Küste. Und diese Züge sind wirklich, wirklich lang, haben bis zu 240 Waggons und fahren ohne Zugführer voll automatisch.

Die Reise ging ohne Zwischenfälle weiter bis wir im Millstream Chichester NP angekommen sind, wo wir mal wieder Glück hatten und einen Platz am eigentlich ausgebuchten Campingplatz bekommen haben, weil jemand früher abgereist war. Der Nationalpark war nett aber nicht sonderlich aufregend. Weiter ging es am nächsten Tag rauf zur Küste, Zwischenziel war der 80 Mile Beach. Wir wussten, dass es mit unserem Tank SEHR knapp werden würde, Tankstellen außerhalb der Städte sind hier wirklich oft rar und die Tankstelle, die wir eigentlich angepeilt hatten, existierte einfach nicht mehr. Diesel hätte es bei einer anderen Tankstelle gegeben – learning fürs nächste Mal: ein Dieselfahrzeug kaufen. Doch da wir ja wussten, dass Benzin vor allem auf der Gibb knapp werden könnte, haben wir 2 volle Benzinkanister am Hänger, die wir auch beide gebraucht haben, bevor wir endlich bei einem Roadhouse tanken konnten. Da gab es auch die allseits beliebten Pommes (eine riesen Box knusprige, wirklich gute Pommes um 10 $ gibt es hier eigentlich immer) und EIS. Das ist inzwischen übrigens das Wort, das Liam nach Mama und Papa am besten aussprechen kann. Mit einem fetten Grinser im Gesicht und den Händen in die Höhe gestreckt. Ein anderes Lieblingswort ist „Pei“ bzw. „Papei“. Papageien gibt es unendlich viele und Liam liebt sie.

In Port Hedland haben wir unsere Vorräte aufgefüllt und ein wenig bei einem kleinen lokalen Festival zugeschaut. Kurz entschlossen sind wir dann noch ein Stück weiter zu einer Restarea gefahren und haben uns ein Plätzchen gesucht. Am nächsten Tag ging es zum 80 Mile Beach, der einfach ein riesengroßer, ewig langer, bei Ebbe breiter Sandstrand ist, den man mit dem Auto befahren kann. Also bei Ebbe, so manches Touristenauto ist hier schon der Flut zum Opfer gefallen. Hier haben wir ein paar gemütliche Stunden verbracht, Johannes hat sich ein wenig mit seinem Gleitschirm gespielt, wir haben Muscheln gesammelt und Amelies Namenstag gefeiert und dann weiter bis kurz vor Broome. Morgen geht es in aller Früh los um vielleicht einen Platz auf einem Overflowplatz der 7-Tage-Adventisten zu ergattern, denn….es ist mal wieder alles hoffnungslos ausgebucht dank der Ferien.

Ein Kommentar

  1. Anonym
    6. August 2024
    Antworten

    Das ist ja wieder ein großartiger Beitrag mit tollen Aufnahmen – ich fühle mich „live-dabei“ – und Ihr habt Glück und trefft immer nette Leute …. Alles Gute und eine schöne Reise weiterhin – viele Grüße aus Innsbruck Elisabeth

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